Betriebliche Voraussetzungen.

Der Standort prägt den Wald.

Die Grundlagen unserer Waldwirtschaft.

Im Schwarzwaldvorland zwischen Kinzig und Elz liegt der Grassert-Wald. Standort, Boden und Geschichte bestimmen, wie wir ihn bewirtschaften.

Betriebsgröße, Lage und heutige Betriebsart

228 ha (218 ha Holzbodenfläche) in der Gemeinde Seelbach (Ortenaukreis, Baden-Württemberg). Der gesamte Betrieb wird seit 1994 als Dauerwald („naturgemäß“) bewirtschaftet.

Wuchsbezirk

3/03c: Schwarzwaldvorland zwischen Kinzig und Elz

Höhenlage und Relief

320-530 m ü. NN; submontane Höhenstufe; 55% der Betriebsfläche sind steilere Hänge mit >25 % Neigung

Klima

subatlantisches Klima; heute ca. 9°C Jahresmitteltemperatur; ca. 1050 mm Jahresniederschlag; expositionsabhängiges Geländeklima ökologisch wichtig

Geologie / Ausgangsgesteine und Böden

80% Mittlerer Buntsandstein, 19% Oberer Buntsandstein; tiefgründig versauerte, basenarme, sandige bis sandig-lehmige Böden, oft durch forstgeschichtliche Einflüsse (s.u.) degradiert; <4% hydromorphe Böden

Historische Einflüsse mit negativer Wirkung auf die Bodenfruchtbarkeit und die Waldernährung

partienweise Streunutzung, hohe Biomasseexporte (Köhlerei, Glashütte, Hammerschmiede, Mittelwald-Bewirtschaftung, intensive Schlagraumnutzung), Großkahlschläge und Saumhiebe bis 1992 und nachfolgende Begründung von Nadelholz-Reinbeständen (Fichte, Kiefer, Douglasie).

Bodenprofil im Grassert-WaldBodenprofil im Grassert-Wald
Bodenprofil im Grassert-Wald

Immissionsbedingte Stoffeinträge

wegen der Nähe zum Rheintal und relativ hoher Niederschläge fortwährend hohe Stickstoff-Einträge

Zonalwald

submontaner Buchen-Tannen-Traubeneichen-Wald

Heutige potentielle natürliche Waldgesellschaft

Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum), Gebietsausbildung mit Weißtanne

Baumartenanteile (%; Inventur 2013)

Buche: 42, Weißtanne: 13, Fichte: 14, Kiefer (+ Lärche, Strobe): 14, Douglasie: 10, Eiche: 4, sonst. Laubholz: 3

Waldentwicklungstypen-Anteile (%; Inventur 2013)

Buchen-Mischwald: 37, Tannen-Mischw.: 28, Fichten-Mischw.: 13, Kiefern-Mischw.: 12, Douglasien-Mischw.: 10

Holzvorrats-Struktur und Nachwuchs (Inventur 2013)

402 Vfm/ha: davon 41% Starkholz, 50% Mittelholz, 9% Schwachholz; Verjüngungsvorrat (Nachwuchs): 35% der Holzbodenfläche

Wegedichte (Stand 2016)

ca. 80 lfm/ha Hbfl. (Lkw-befahrbar)

Jagdliche Situation

keine Verpachtung; Jagd durch Waldbesitzer, örtliche Begehungsscheininhaber und mithelfende Jagdgäste

Partner des Forstbetriebs

Amt für Waldwirtschaft (Forstrevierdienst), FBG Lahr-Seelbach u. FVS eG (Holzvermarktung), Forstunternehmen Karl-Heinz Beck (Schweighausen), ANW (Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft), Forum Weißtanne e.V., Verein für Forstliche Standortskunde u. Forstpflanzenzüchtung (VFS), Ökologischer Jagdverein (ÖJV) Bad.-Württ., Forstkammer Bad.-Württ. (Waldbesitzerverband), PEFC (einzelbetriebliche Zertifizierung seit dem Jahr 2000), Bürgerwindpark Südliche Ortenau GmbH. Wissenschaftliche Kontakte: mit FVA Baden-Württemberg (Abt. Naturschutz, Abt. Forstökonomie); Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Hochschule Rottenburg, Universitäten (TU München, Uni Freiburg).

Die Inventurangaben stammen aus 2013, die Wegedichte aus 2016.